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Anna Borowy

Anna Borowy, geboren 1985 in Uelzen, studierte Malerei bei
Prof. Werner Liebmann an der Kunsthochschule Berlin Weissensee. Ihre Gemälde werden international ausgestellt und befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen.

Die Künstlerin konfrontiert in ihren Gemälden mit großen zentralen Porträts oftmals vor naturhaft-symbolischen bis abstrakt strukturierten Hintergründen. An den Protagonisten im Vordergrund fällt auf, wie deutlich sie abgesetzt und konturiert sind, was einhergeht mit ihrer auffällig vorgerückten Nähe zum Betrachter. Dadurch sind ihre Körper an den Bildrändern teilweise „abgeschnitten“ oder anders interpretiert in den Raum des Publikums erweitert. In Verbindung mit der überraschenden Plastizität der Figuren findet sich der Betrachter quasi in Gesellschaft mit diesen wieder vor einem mitunter dramatischen aber relativ fernen Hintergrund.

Die leuchtend hellen Personen gehen zwar teilweise in die Flächen der Umgebung auf und sind sogar stellenweise nicht ausgemalt, aber insbesondere die Schärfe ihrer Gesichter, Hände und Kleidung hebt sie deutlich von den offenen, mithin wabernden Hintergründen ab. Die Porträtierten in den Gemälden Borowys zeigen entweder eine kontemplative innere Einkehr oder blicken den Betrachter konzentriert an. Dieser gefasste Blick, ein ruhiger, stummer Bann wirkt jedoch nicht statisch, sondern wie ein unentschiedenes, geladenes Interim. Darin liegt ihre Kraft und Attraktion begründet, in der Vermittlung eines unsichtbaren Ungleichgewichts der Kräfte, deren Freigabe sie ankündigen und die sich Bahn brechen wird.

Die Grundlage für die Entstehung von Borowys Werken ist bei aller konzeptuellen Vorbereitung ein offenes, prozesshaftes Arbeiten. Die Künstlerin steht in einem dynamischen Austausch mit der Form, die Ihre Idee annimmt, bzw. sie legt deren Gestaltung und Einzelheiten auch während des Malens frei. Das Ergebnis ist eine Lebendigkeit, die der bloße Entwurf nicht antizipieren kann.

Vita Anna Borowy

Die janinebeangallery setzt in der  Ausstellung „Du, Venus und Ich“ Werke der Künstlerinnen Anna Borowy und Beate Höing mit denen der Künstler Peter Doherty und Jonathan Meese in Relation.

Collagen des britischen Künstlers, Musikers und Dichters Peter Doherty treffen auf die Gemälde der Berliner Künstlerin Anna Borowy, ungestüme Mixed Media Arbeiten von Jonathan Meese finden sich im Zusammenspiel mit den filigranen Keramiken von Beate Höing.

Die Ausstellung bietet nicht nur die Möglichkeit, über die Gegensätze der künstlerischen Positionen ihre jeweiligen Eigenschaften im Vergleich neu und aus einer anderen Perspektive zu entdecken. Darüber hinaus offenbaren sich gemeinsame Merkmale in den zunächst eher komplementär wahrgenommenen Werken. Bei aller inhaltlichen Aufladung und emotionalen Widmung den Motiven lässt sich bei allen Künstlern der Ausstellung eine unprätentiöse Herangehensweise an die Sujets feststellen, sei es durch eine spürbar intuitive, unumwundene Technik oder durch die gelebte Authentizität ihrer direkt ansprechenden Inhalte und offenen Konzepte.