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Margarete Kreuzer

 

Magische Blumen der Seele – zu den Fotografien von Margarete Kreuzer

Ihre Modelle sind Blumen – Anemonen, Lilien, Rosen, Rittersporn, Ringelblumen oder Klatschmohn werden in Margarete Kreuzers Fotografien zu Sujets der Freude, des Schönen und des Trostes. Doch entsteht mit Kreuzers Darstellungsweise zudem etwas magisch Entrücktes, seltsam Fremdes und zugleich Betörendes, das ihre Fotoarbeiten weit entfernt von jenen naiven, allzu harmonischen Blumenbildern, die uns überall begegnen. Kreuzer stellt ihre Blumenstücke mit analoger Kameratechnik her. Aufgrund von Experimenten bei der Inszenierung der farbenprächtigen Stillleben – etwa mit Spiegeln oder Folien – gelingen der Künstlerin neue Wahrnehmungen im vermeintlich Bekannten, denn sie zeigt die Pflanzen so, als würden sie unter Wasser liegen – vielleicht ertränkt oder erfroren -, auf jeden Fall mit einem fotografischen Blick, der nicht an Äußerlichkeiten oder botanische Details haftet, sondern die leuchtenden Farben und ungewöhnlichen Formen der Blumen in den Vordergrund rückt. Diese verfließen in ihren Bildern ineinander, verschwimmen, verblassen oder sind in Verdoppelung verunklärt, als sei das Dargestellte nicht allein von dieser Welt.

Kreuzers Fotokonzept führt auch zu Aufnahmen, die nur noch erahnen lassen, dass es sich hier um Blumenbilder handelt, denn zuweilen führt die Dynamik ihres Kameraauges dahin, dass fast nur noch Farbverläufe zu sehen sind, die an abstrakte Wassermalerei erinnern, keineswegs aber an die pflanzliche Morphologie.

In der Malerei haben sich viele mit der Darstellung von Blumen befasst: von Stefan Lochners Paradiesgärten, Dürers Rasenstücken und den Seerosen Monets reicht das unterschiedliche Interesse an ihrer Darstellung bis hin zu Paula Modersohn-Becker oder Emil Nolde. Margarete Kreuzer zeigt vor allem das Bezaubernde und Farbschöne der Blumen und somit ein vegetatives Leben, dem sogar etwas Rauschhaftes anhaftet. Demnach handeln Kreuzers Fotografien dann auch nicht allein von Pflanzen und Blumen, vielmehr sind diese Auslöser für festgehaltene Farbträume, die vom Empfinden und dem Seelenleben der Fotografin berichten.

Peter Funken 2013