MASCH (*1950 im Rheinland) gehört zu den ungewöhnlichsten Positionen der deutschen Gegenwartskunst. Nach seinem Studium der Freien Malerei an der Universität der Künste Berlin entwickelte er über Jahrzehnte eine Bildsprache, die sich jeder stilistischen Mode entzieht. Seine Werke entstehen aus einer Verbindung von Malerei, Zeichnung, Materialerfahrung und einer außergewöhnlichen Vorstellungskraft.
Seine Arbeiten wurden international ausgestellt und befinden sich heute in privaten und öffentlichen Sammlungen in Europa, den USA und Asien. Parallel zu seiner Tätigkeit als freischaffender Künstler arbeitete MASCH über viele Jahre als Art Painter und Set Painter für internationale Filmproduktionen. Seine künstlerische Mitarbeit führte ihn unter anderem zu Produktionen wie The Grand Budapest Hotel, Dark, Das Boot, John Wick: Chapter 4, Paris, Texas, Querelle und weiteren Filmklassikern. Für The Grand Budapest Hotel erhielt das Art Department 2015 den Oscar für das beste Szenenbild, an dessen Entstehung MASCH maßgeblich beteiligt war.
Diese beiden Welten prägen sein Werk gleichermaßen. Die Präzision und Materialkenntnis aus dem Film treffen auf die völlige Freiheit der Malerei. Dadurch entstehen Bildwelten, die zeitlos wirken und dennoch unverwechselbar gegenwärtig sind.
Die Gemälde
MASCHs Gemälde sind bevölkert von rätselhaften Figuren, Tieren und symbolhaften Wesen. Archaisch anmutende Gestalten begegnen geometrischen Farbflächen, ornamentalen Strukturen und einer klar komponierten Bildarchitektur. Trotz ihrer formalen Reduktion besitzen die Werke eine bemerkenswerte erzählerische Dichte.
Seine Figuren wirken zugleich vertraut und fremd. Sie erinnern an Mythen, Kindheitserinnerungen oder Traumlandschaften, ohne jemals eine eindeutige Geschichte zu erzählen. Gerade diese Offenheit macht ihre besondere Stärke aus: Die Bilder laden den Betrachter dazu ein, eigene Assoziationen und Erinnerungen einzubringen.
Farbe, Form und Rhythmus stehen dabei in einem ausgewogenen Verhältnis. Jede Fläche besitzt ihre eigene Funktion innerhalb eines präzise entwickelten visuellen Gefüges. Die scheinbare Einfachheit ist das Ergebnis jahrzehntelanger künstlerischer Erfahrung und einer konsequenten Reduktion auf das Wesentliche.
Die Papierarbeiten
Einen besonderen Stellenwert innerhalb seines Schaffens nehmen die Arbeiten auf Papier ein.
Die kleinformatigen Buntstiftzeichnungen sind keine Vorstudien für Gemälde, sondern autonome Originalwerke. Mit großer Präzision entwickelt MASCH aus unzähligen Farbschichten, Linien und Formen komplexe Bildräume, die eine erstaunliche Intensität entfalten.
Gerade das kleine Format fordert eine konzentrierte Betrachtung. Die Zeichnungen offenbaren sich erst im direkten Dialog mit dem Betrachter. Wie kostbare Kabinettstücke verbinden sie zeichnerische Virtuosität mit spielerischer Fantasie.
Viele der Motive erscheinen leichter, humorvoller und unmittelbarer als in den Gemälden, bleiben jedoch ebenso vielschichtig. Mensch, Tier und Fantasiegestalt verschmelzen zu poetischen Wesen, deren Ausdruck zwischen Ernst, Ironie und stiller Melancholie oszilliert.
So bilden die Papierarbeiten keinen Nebenstrang seines Œuvres, sondern dessen konzentrierteste Form. Hier verdichtet MASCH seine Bildsprache auf wenigen Quadratzentimetern zu einer außergewöhnlichen künstlerischen Präzision.
Zwischen Film und freier Kunst
Ob Gemälde oder intime Zeichnung: MASCH erschafft keine Abbilder der Wirklichkeit. Er entwickelt eigenständige Bildwelten, die aus Erinnerung, Fantasie und jahrzehntelanger Erfahrung entstehen.
Seine Kunst verbindet handwerkliche Meisterschaft mit erzählerischer Freiheit. Gerade diese seltene Verbindung macht sein Werk innerhalb der zeitgenössischen deutschen Malerei unverwechselbar.