NATURA MORTE

In der Serie ‚Natura Morte‘ greift Winkhaus die Tradition des barocken Stilllebens auf und führt sie in eine zeitgenössische Bildsprache über.
Während klassische Vanitas-Darstellungen häufig von Jagdtrophäen, toten Tieren und Symbolen der Vergänglichkeit geprägt waren, verschiebt Winkhaus diesen ikonografischen Kanon bewusst:
An die Stelle des erlegten Wildes treten bewusst untypische Tiere – vor allem Papageien und exotische Vögel –, die sich der kunstgeschichtlichen Einordnung verweigern und damit die traditionelle Ikonografie des Stilllebens unterlaufen. Schönheit und Bedrohung, Kontrolle und Eigenwilligkeit, Inszenierung und Autonomie stehen in einem feinen Gleichgewicht. Charakteristisch ist dabei Winkhaus’ Arbeitsweise: Jedes Detail wird einzeln fotografisch erfasst und in einem präzisen, vielschichtigen Prozess aus zahlreichen Ebenen zu einem Bild komponiert. So entstehen keine klassischen Fotografien, sondern konstruierte Bildräume, die zwischen Fotografie, Malerei und digitaler Setzung oszillieren. Natura Morte wird so zu einer zeitgenössischen Neuverhandlung des Stilllebens: nicht als Darstellung von Stillstand, sondern als Bühne für Präsenz, Spannung und ein subtiles Spiel zwischen Leben und Vergänglichkeit.