logojaninebeangallery janinebeangallery, gallery for contemporary art

Arkadia

Bitte scrollen Sie für Werkbeispiele


Martin Stommel

„Arkadia“

22. Juni – 24. August

Vernissage am 21. Juni 18 – 21 Uhr

Stille Kraft und kühner Strich: Martin Stommels Humanismus

Was Martin Stommel malt, bildet seit je den Mittelpunkt der darstellenden Kunst, nämlich der Mensch. Stommel weiß um die malerischen Genies, welche in der langen Geschichte figurativer Darstellung die Messlatte unerreichbar hoch gelegt haben. Jedes künstlerische Werk aber taucht aus seiner eigenen Zeit auf, ja bedarf seiner, um überhaupt bestehen zu können.

Martin Stommels malerisches Werk datiert am Beginn des 21. Jahrhunderts, und wer die Arbeiten genauer Prüfung unterzieht, erkennt, dass die lange Tradition menschlicher Darstellung hier nicht wiederholt, sondern schöpferisch fortgeschrieben wird.

Martin Stommels Arbeiten zeigen den Menschen kämpfend, liebend, ruhend, tanzend, zeigen ihn in der Gemeinschaft und allein, im wirklichen Sein und im Traum. Mit diesen Stichworten ist ein ganzer Kosmos evoziert, aber nur drei Aspekte seien dieser Stelle hervorgehoben: Menschlicher Leib, Mythos, Moralität. Martin Stommel ist wie besessen von der Ästhetik des menschlichen Leibes. Solches Interesse meint zunächst das künstlerisch-handwerkliche Problem genauer Wiedergabe. Es fällt schwer, in den Darstellungen Fehler nachzuweisen, etwa eine falsche Schulter, einen ungenauen Arm, einen verkürzten oder zu langen Hals. Was Martin Stommel malt, ist in sich stimmig, wobei abgebildete Anatomie und künstlerische Absicht sich verschränken.

Stommels vorrangiges Ziel aber ist die Darstellung des ganzen Menschen, in der das Körperliche notwendig durch das Seelische ergänzt ist. Die Erkenntnis, dass nur der beseelte Mensch entscheidender künstlerischer Maßstab sein kann, hat Martin Stommel durch seine umfassende Illustration von Dantes Göttlicher Komödie Anfang des Jahrhunderts ausdifferenziert und maßgeblich vertieft. Stolz und Habgier, Mut und Härte, Zartheit und Milde, Geborgenheit, Angst – ihr mannigfacher Ausdruck in den Bildern ist ein schwer auslotbarer künstlerischer Schatz. Der Mensch ist anfechtbar, gewalttätig, verführbar – solche Einsicht ist in Martin Stommels künstlerischem Denken tief verankert.

Hier haben die vielen Darstellungen ihren Ort, die auf antike und biblische Mythen zurückgehen und anspielen. Stommel hat seinen Homer, Dante und Tolstoi gelesen. Die Menschen auf diesen Bildern sind nie gleichgültig, sondern in umfassendem Sinn strebend, suchen Herausforderung und Wagnis. Martin Stommel ist Handwerker und geistiger Mensch, sinnlicher Maler und nachdenklicher Moralist. Breakdance und Engelssturz zeigen als Extreme die ganze Bandbreite dessen, was die künstlerische Faszination an der menschlichen Bewegung ausmacht, von unschuldiger Freude an der Beherrschung des eigenen Körpers bis zu schuldhafter Entfernung von Gott im Moment der Erschaffung der Welt. Stommels Darstellungen eignet durchweg eine ungewöhnliche Kraft, die Bilder sind nichts für zaghafte Betrachter. Wer sich aber von ihrem Reiz gefangennehmen läßt, entdeckt den ganzen Reichtum der Kunst, freut sich an der Betrachtung der Farben und Formen, von Hell und Dunkel auf Bildern, die das menschliche Sein vor Augen führen, ein klassisches Pictura docet et delectat. Wer den Maler persönlich kennt, weiß um seinen gesunden, auch warmherzigen Humor. Die damit verbundene Leichtigkeit kommt gelegentlich in den Bildern zum Tragen, eigens erwähnt sei die Darstellung der drei Grazien, die sich mit all ihrer Schönheit im Dorngestrüpp verheddern, ein Bild, welches zugleich Stommels souveräne Kunst der Komposition beispielhaft zeigt. Martin Stommel ist über die Jahre zu immer größeren Formaten gelangt. Wer den künstlerischen Anspruch dahinter versteht, empfindet diese Entwicklung als etwas Natürliches, wenn nicht Unvermeidliches. Man möchte diesem Maler ein weißes Deckengewölbe in einem Renaissance-Schloss wünschen, auf dem er den menschlichen Kosmos darstellen kann. Martin Stommel lebt im falschen und richtigen Jahrhundert.

Thomas Brückner, 2017

Martin Stommel wurde 1969 geboren von 1994 – 1997 studierte Stommel zunächst an der staatlichen Kunstakademie in München bei Prof. Bernhard Weißhaar. 1998 wechselte er an die HdK Berlin zu Klaus Fußmann.

In den Jahren 2001 bis etwa 2007 entdeckte Stommel die Welt des Zirkus für sich, schuf Bilder von Zirkusartisten und Szenen in der Manege. Er porträtierte die berühmtesten Clowns unserer Zeit, wie Oleg Popov, Francesco Caroli, David Larible und Fumagalli und arbeitete besonders mit Bernhard Pauls Circus Roncalli zusammen.

Im Jahr 2004 wurde Stommel von Prince Rainier III zur Ausstellung seiner Zirkusbilder in Monaco eingeladen.

Seit den 2000er Jahren wurden die Bilder von Martin Stommel in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u.a. im Lehmbruck Museum, Kallmann Museum, Museum Ch. Zander, Diözesanmuseum Trier, Stadtmuseum Bonn weitere Ausstellungen fanden statt im Theatre Princesse Grace (Monaco), im Kopelew-Forum (Köln), in der Katholischen Akademie in Bayern (München) und bei der Biennale von Venedig (European Cultural Center).

Stommels Werke wurden von verschiedenen Galerien auf den deutschen Kunstmessen in Köln, Karlsruhe, Berlin, München, Essen und Lübeck, beim „Salon der Gegenwart“ in Hamburg und auf der London Print Fair in der Royal Academy gezeigt.

Arbeiten von Stommel befinden sich in öffentlichen Sammlungen (u.a. Bundeswirtschaftsminister, ehem. Staatsgästehaus Petersberg, Stadt Wesseling, Stadt Ismaning, Stadt Bonn) und vielen privaten Sammlungen, wie z.B. Grillo (Duisburg), Slifka (New York), Klöcker (Frankfurt), Barthlott (Bonn) und Zander (Bönnigheim).