NATURA MORTE

In der Serie ‚Natura Morte‘ greift Winkhaus die Tradition des barocken Stilllebens auf und führt sie in eine zeitgenössische Bildsprache über.
Während klassische Vanitas-Darstellungen häufig von Jagdtrophäen, toten Tieren und Symbolen der Vergänglichkeit geprägt waren, verschiebt Winkhaus diesen ikonografischen Kanon bewusst:
An die Stelle des erlegten Wildes treten bewusst untypische Tiere – vor allem Papageien und exotische Vögel –, die sich der kunstgeschichtlichen Einordnung verweigern und damit die traditionelle Ikonografie des Stilllebens unterlaufen. Schönheit und Bedrohung, Kontrolle und Eigenwilligkeit, Inszenierung und Autonomie stehen in einem feinen Gleichgewicht. Charakteristisch ist dabei Winkhaus’ Arbeitsweise: Jedes Detail wird einzeln fotografisch erfasst und in einem präzisen, vielschichtigen Prozess aus zahlreichen Ebenen zu einem Bild komponiert. So entstehen keine klassischen Fotografien, sondern konstruierte Bildräume, die zwischen Fotografie, Malerei und digitaler Setzung oszillieren. Natura Morte wird so zu einer zeitgenössischen Neuverhandlung des Stilllebens: nicht als Darstellung von Stillstand, sondern als Bühne für Präsenz, Spannung und ein subtiles Spiel zwischen Leben und Vergänglichkeit.
Winkhaus gilt als eine der prägenden Positionen, ja als Pionierin im Bereich der digitalen Kunst. Sie versteht digitale Technologien – insbesondere Künstliche Intelligenz – als Erweiterung eines bildnerischen Denkens, das Tradition und Zukunft miteinander verbindet. Ihre Arbeiten wurden international in Einzel- und Gruppenausstellungen sowie auf Kunstmessen gezeigt, unter anderem im Kunstmuseum Bergen, in der Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin sowie in Projekten im Umfeld des Centre Pompidou in Paris. Werke von Winkhaus befinden sich in privaten und institutionellen Sammlungen, darunter die Collection Lichtenberg und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Neben ihrer künstlerischen Arbeit entwickelt Winkhaus konzeptionelle Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Raum, Marke und Technologie und prägt damit neue Formen kultureller Inszenierung.