Vorwort aus dem Buch „Carsten Schulz LOCKDOWNBEATS“
Erscheinungsdatum: September 2025 im finebooks Verlag
Ein Blick zurück in das Jahr 2020. Was war passiert? Ein hochansteckender, tödlicher Virus bringt alles zum Stillstand mit enormen Folgen. Zu den Verlierern gehörten ganz klar alle Veranstalter, Festivals, Clubs, Bars und sonstige Veranstaltungsorte.Viele mussten schließen, Mitarbeiter wurden entlassen, ganze Existenzen vernichtet. Während sich Live-Bands in der Zeit wenigstens dem Produzieren neuer Musik widmen konnten, vornehmlich im Home-Recording-Modus, kommerzielle Tonstudiosmussten reihenweise aufgeben, traf es die DJs besonders hart. Und das weltweit.
Das aktuelle Club Sterben ist jedoch kein allein durch die Pandemie verursachtes Phänomen. Sinkende Besucherzahlen, steigende Kosten und fehlende Staatshilfen bedrohten die Zukunft der Szene, heißt esvon der Interessenvertretung der über 100 Berliner Clubs. Man stehe unter enormem Druck. „Ohne staatliche Unterstützung und eine konsequente Förderung der Nachtökonomie droht Berlins Clubkultur in der Belanglosigkeit zu versinken. “Subvention sei keine Lösung“, sagte jedoch Ulrich Wombacher, einer von drei Betreibern des „Watergate“,im September der „Berliner Zeitung“. Nach der Corona Krise und den Lockdowns sei die Szene nicht dauerhaft wieder in Schwung gekommen.Natürlich führte die Situation unweigerlich in die digitale Welt. Live Streams über schnell aus dem Bodengestampfte Plattformen wie Patreon waren angesagt. Während sich so mancher Comedian durch Autokinos quälte, begannen DJs auch bei YouTube, Instagram oder Twitch ihre Sets live zu streamen. Aber mal ehrlich – was für eine billige Ersatzdroge war das denn bitte ! Nichts geht über ein echtes Live Erlebnis, egal ob es sich um eine Performance im kleinen Club oder ein Festival im Stadion handelt.Die direkte Interaktion zwischen Band und Publikum, DJ und Tanzfläche ist definitiv unverzichtbar.Die Folgen waren Existenzängste und Verunsicherung, es drohte Vereinsamung bis hin zur unfreiwilligen Isolation. Die New York Times beschrieb die spezielle Stimmung als „languishing“- in etwaschmachtend – also weder depressiv noch hoffnungslos. Die Gewinner wiederum waren Streaming Dienste wie Netflix und Co. Aber auch die Abonnement Zahlen für reine Musik Anbieter gingen total durch die Decke. Überhaupt hat sich die gesamte Musikindustrie durch die Pandemie stark verändert.
Zum einen ist es durch die Digitalisierung demokratischer geworden. Künstler können heute über die reichlich frequentierten Social Media Plattformen und Streaming Dienste ihre zu Hause produzierten Werke direkt an ihre Fans liefern, beziehungsweise sich einen Stamm von Fans aufbauen.Andererseits bedeutet die Verlagerung des Musik Konsums in die digitale Welt für die DJ-Kultur keine erstrebenswerte Perspektive. Und dennoch ist zu spüren, dass die Club Welt sich erholt und lebt.Dieses Buch muss nichts beweisen, es zeigt nur eine Momentaufnahme aus der Welt einiger Protagonisten, die keine Zweifel an ihrem Tun aufkommen lassen.
Für eine gesunde Seele braucht es nunmal ab und zu eine Nacht im Club das wird sich so schnell nicht ändern!
Fitz Braum, Gründungsgeschäftsführer four music productions